Immobilienpreise: Der große Hype ist vorbei

Raiffeisen Immobilien Österreich: Peter Weinberger und Nikolaus Lallitsch / APA-Fotoservice / Hörmandinger

Welche Preistrends erwarten die Experten von Raiffeisen Immobilien für das laufende Jahr? Wohin zieht es die "Best Ager" (Generation 50+) und welche Hotspots gibt es auf dem Immobilienmarkt?

Der große Immobilienpreis-Hype ist vorbei. Für 2017 erwarten die Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich, Peter Weinberger und Nikolaus Lallitsch, eine Stabilisierung der Verkaufspreise auf hohem Niveau. "Die Immobilienparty ist bereits in der Phase nach Mitternacht angekommen. Die Buffets sind leergeräumt", sagt Lallitsch. Der Immobilienmarkt ist nach Ansicht der Experten polarisiert: "Es gibt ein großes Angebot in Regionen, wo die Nachfrage gering ist. Auf der anderen Seite ist nach wie vor eine hitzige Nachfrage in Ballungszentren zu verzeichnen, wo es aber zu wenige Angebote gibt".
 

Sanfte Landung bei den Preisen

Verkaufswilligen Immobilienbesitzern raten die Experten, nicht mehr länger zuzuwarten, sondern die Gunst der Stunde zu nutzen und sich von nicht benötigten Liegenschaften zu trennen. "Die Preise setzen zur sanften Landung an. Von einzelnen Hot Spots abgesehen erwarten wir für das laufende Jahr keine starken Preiszuwächse mehr, aber auch keine Einbrüche. 2017 ist also definitiv ein gutes Jahr um sich von nicht benötigten Liegenschaften zu trennen. Denn auf dem Markt fehlen gute, gebrauchte Objekte, die derzeit noch attraktive Verkaufspreise erzielen können", sind sich Weinberger und Lallitsch einig. Die großen Bauträger und Wohnbaugenossenschaften haben weitere, teilweise großvolumige Projekte in der Pipeline. Diese neuen Angebote werden dafür sorgen, dass die Preise auch bei Neubauten nicht "durch den Plafond" gehen. Signifikante Preisrückgänge sind jedoch auf Grund der vor allem in den Ballungsräumen ungebrochen starken Nachfrage nach Wohnraum und Investmentimmobilien ebenso wenig zu erwarten. 
 

Bezirkshauptstädte als "Hot Spots" von morgen

Allerdings gibt es in regionaler Hinsicht Ausreißer nach oben: etwa in der Bundeshauptstadt Wien und ihrem Umland, vermehrt aber auch in ländlichen Ballungszentren. Dies ist einerseits auf die ungebrochen starke Nachfrage nach Wohnimmobilien in diesen Regionen zurückzuführen, andererseits auf geändertes Anlegerverhalten: War die Nachfrage nach Eigentumswohnungen zu Vorsorgezwecken bisher vorwiegend auf Wien und die Landeshauptstädte beschränkt, weichen aktuell immer mehr Anleger auf ländliche Ballungsräume wie das Umland der Landeshauptstädte oder Bezirkshauptstädte aus. Hier sind noch bessere Renditen zu erwarten. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Mietwohnungen in diesen Regionen. 
 

Best Ager zieht es in die Städte

Die demographische Entwicklung trägt ebenfalls zum Wachstum ländlicher Ballungsräume bei. Weinberger: "Wir sehen auch in den Bundesländern einen klaren Trend zum städtischen Wohnen, der vor allem von der Generation der Best Ager getragen wird. Wegen der besseren Infrastruktur fragt älteres Publikum verstärkt innerstädtische Lage nach." Das zu groß gewordene Haus am Land mit dem immer schwieriger zu bewältigenden Garten wird immer häufiger verkauft und gegen eine zentral gelegene, barrierefreie Wohnung in der nächsten Bezirksstadt getauscht.
 

Raiffeisen Immobilien Österreich steigert Zahl der Transaktionen deutlich

Auf ein erfolgreiches erstes Jahr seit ihrer Vereinigung blicken die Raiffeisen Immobilienmaklergesellschaften zurück: Die seit März 2016 unter der Dachmarke "Raiffeisen Immobilien" auftretenden Unternehmen konnten die Anzahl der vermittelten Transaktionen um 15 Prozent auf 6.900 steigern. Die Zahl der abgewickelten Liegenschaftsbewertungen legte um 71 Prozent auf rund 3.500 zu. Damit sind die Raiffeisen Immobilienmaklergesellschaften die Nummer eins auf dem heimischen Bewertungsmarkt.